Unser Büro in der "Alten Seifensiederei"

Die “Alte Seifensiederei” in Löbau, Gewandhausgäßchen 1, ist seit Mitte Dezember 2002 unser neues Domizil.

Nach nur einem Jahr und 2 Monaten Bauzeit entstand aus dem fast abrissreifen, denkmalgeschützten Hinterhofgebäude ein kleines Schmuckstück, in dem wir uns richtig wohl fühlen und wo die Arbeit Spaß macht.Unser Dank gilt allen, die mit Enthusiasmus, Geschick und Liebe zum Detail dabei waren.
Architektin: Dörte Hoffmann „Ein Denkmal aus dem Dornröschenschlaf erweckt“


Mit der Neugestaltung der angrenzenden Freiflächen des Altstadtquartieres 4 durch die Stadt Löbau im Jahr 2004 wurde beispielhaft die Revitalisierung maroder historischer Bausubstanz demonstriert. Nachdem bereits im Jahre 2001 die Abbruch- und Entkernungsarbeiten durchgeführt wurden folgten im Anschluss z.T. umfangreiche Sanierungsarbeiten an den angrenzenden Gebäuden, so auch an der "Alten Seifensiederei".

Die für 2003 geplante Neugestaltung verzögerte sich infolge klammer Kassen auf das späte Frühjahr 2004. In ca. 3 Monaten Bauzeit entstand ein wahres Schmuckstück. Kein Gedanke mehr an einen finsteren, mit Werkstattgebäuden, Hinterhäusern und Lagerschuppen zugebauten Innenhof. Viel Grün, Bäume, Sträucher und Hecken, kontrastiert durch Natursteine, die beim Abriss geborgen wurden, Grundstücksgrenzen markiert durch farbenfrohe Zäune oder Basaltgabionen. Alles in Allem, das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Bauherr: Stadt Löbau
Architekt: AB Lehmann + Peist, Löbau

Bildergalerie

Rückblick

Ein Denkmal aus dem Dornröschenschlaf erweckt

Kreatives Bauhandwerk macht die „Alte Seifensiederei“ wieder zukunftsfähig

Von Architektin Dörte Hoffmann, Bautzen

 

Einst arbeiteten in den Hintergebäuden der Inneren Zittauer Straße 11 und 13 im Altstadtzentrum von Löbau verschiedene Generationen von Seifensiedern. Dies ist seit 1653 bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts in Unterlagen des Stadtarchivs Löbau belegt. Die Gebäude selbst bestanden schon länger, erhielten aber vermutlich nach dem großen Stadtbrand im Jahr 1710 ihre heutige Form. Als Denkmal der Landesliste im Freistadt Sachsen gekrönt, führten die Objekte in unserer Zeit ein kümmerliches, im Hinterhof zwischen Schuppen verstecktes Dasein.

 

Das sollte sich ab dem Jahr 2000 schnell ändern. Initiiert durch die Gesellschaft für Stadtentwicklung (GSL) Löbau sowie vorbildlich logistisch und finanziell durch die Stadt Löbau unterstützt, entwickelten zwei private Bauherren gemeinsam mit engagierten Planern Visionen für eine zukünftige Nutzung. Das Objekt, weiter „Alte Seifensiederei“ genannt, breitete seinen historischen Charme aus und nahm jeden am Bau und an dessen Vorbereitung Beteiligten gefangen. Details wie Kreuzgewölbedecken im gesamten Erdgeschoß, Granitgewände an Fenstern, Türen und Dachgaupen, schmiedeeiserne Gitter und Türen, Granitplattenbeläge und –blockstufen ließen das Herz nicht nur bei Denkmalpflegern höher schlagen.

 

Die Realisierung des Bauvorhabens begann Ende 2001 im Dachbereich, nachdem durch Abbruch des Hinterhauses der Inneren Zittauer Straße 13 ein Teil des Dachstuhles frei lag. Nach umfangreicher Ausschreibung der Leistungen wurden die Firmen Baugeschäft Timm GmbH Kleinwelka und Ullrich & Rudolph Dachdecker GmbH Löbau für den ersten Bauabschnitt bezuschlagt. Das Bauvorhaben forderte mit winterlichen Witterungsunbilden, konstruktiven Holzschäden und schwierigen Anschlußdetails von Anfang an den kreativen Einsatz aller Beteiligten.

In Zeiten der Stagnation und Flaute im Bauwesen hauchten hervorragende Fachleute mit speziellen Kenntnissen und Fertigkeiten in der Denkmalpflege und persönlichem Engagement der „Alten Seifensiederei“ schubweise wieder Leben ein. Es machte Spaß auch mit den im weiteren Baugeschehen beteiligten Firmen bei gutem Klima zusammenzuarbeiten. Der Geist des Ortes hatte sich über alle gelegt und so die große Vielfalt der Oberlausitzer Handwerkskunst entfesselt.

 

Von Anfang an wurde in Übereinstimmung mit der Bauherrschaft das Ziel des ökologischen und nachhaltigen Bauens verfolgt. Die Ausstattung der Wohn- und Arbeitsumgebung mit gesunden Baustoffen wie Kalk- und Gips-Wandoberflächen, Lehmausmauerungen, Zellulose- und Hanfdämmungen, unversiegelten Linoleum- und Holzbelägen, fördert die natürliche Feuchtigkeitsaufnahme- und Abgabe über die Umgrenzungsflächen und verhindert bewußt schädliche Einflüsse für den Menschen. Zuverlässige Vermeidung von Tauwasser bei allen konstruktiven Details wird noch durch den Einsatz einer kontrollierten Wohnungslüftung unterstützt.

 

In der „Alten Seifensiederei“ entstanden bis zum Ende 2002 in Ober- und Dachgeschoß drei Wohnungen mit Küchen und komfortablen Badräumen. Im Erdgeschoß arbeitet nun das Ingenieurbüro für Haustechnik Krüger + Müller.
Die barock geprägte Fassade, das Gesicht des Hauses, schaut wieder jedem fröhlich mit warmem Teint, denkmalgerechten Holzfenster-Augen und modernen Accessoires entgegen und hat seine neuen Bewohner schon freundlich aufgenommen.